20Jan20:00Das Schweigen der Lämmer (OmU)
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„HAVE THE LAMBS STOPPED SCREAMING?“ Der
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Der Serienkiller-Thriller „Das Schweigen der Lämmer“ von Jonathan Demme sorgte in den 1990er Jahren für einen neuen Höhenflug des Subgenres, das im Laufe der Dekaden immer wieder große Klassiker hervorgebracht hat, etwa Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931), Michael Powells „Augen der Angst“ (1960) oder Alfred Hitchcocks „Psycho“ (1960). Die Geschichte, basierend auf dem 1988 veröffentlichten gleichnamigen Roman von Thomas Harris, präsentiert uns eine komplexe Heldin und einen der faszinierendsten Schurken der Filmhistorie.
Die FBI-Schülerin Clarice Starling (Jodie Foster) erhält den Auftrag, sich an der Jagd nach dem Serienmörder „Buffalo Bill“ (Ted Levine) zu beteiligen. Ausgerechnet der kannibalistische Serientäter Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins), der sich im Hochsicherheitstrakt befindet, soll dem FBI bei den Ermittlungen helfen. Alsbald beginnt zwischen der jungen Frau und dem eigenartig kultivierten, manipulativen Killer ein perfides Psychospiel.
Das Schweigen der Lämmer gewann fünf Oscars – in den sogenannten Big-Five-Kategorien: „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“, „Beste Hauptdarstellerin“ und „Bestes Drehbuch“. All diese Siege sind absolut nachvollziehbar, gerade auch der für Anthony Hopkins als Leading Man, der zwar nur ungefähr 16 Minuten in dem knapp zweistündigen Werk zu sehen ist, in dieser kurzen Zeit aber so prägnant in Erscheinung tritt, dass er sich damit bis in alle Ewigkeit in die Popkultur eingeschrieben hat.
Hopkins verleiht der Rolle des Hannibal Lecter etwas Mephistophelisches, das in dieser enormen Zuspitzung leicht ins Übertrieben-Lächerliche hätte kippen können, hier jedoch perfekt dosiert ist. Seine oft kopierte und nicht selten auch parodierte Art, die boshafte List des hochintelligenten Ex-Psychiaters durch intensive Blicke und verstörende Laute zu vermitteln, hat trotz der zahlreichen Nachahmungen nichts von ihrer Wirkung verloren.
Ebenso beeindruckend ist die Verkörperung von Jodie Foster. Clarice Starling ist psychisch extrem belastet und im ständigen Kampf mit sich und ihrer männerdominierten Umwelt. Durch subtile Gesten zeigt Foster, wie die Ermittlerin unentwegt unter Spannung steht. In der von Jonathan Demme und dem Kameramann Tak Fujimoto virtuos erfassten Interaktion zwischen Clarice und Hannibal muss Clarice in den Aufnahmen, die ihr Gesicht einfangen, stets um ihre Position im Bildrahmen kämpfen, da sie droht, aus dem Bild herausgedrängt zu werden. An anderer Stelle macht Demme etwa durch die Größenverhältnisse in einer Einstellung deutlich, welchen Machtstrukturen Clarice in ihrem Beruf ausgesetzt ist.
Demme erweist sich hier als versierter visueller Erzähler. Er erzeugt eine dichte, düstere Atmosphäre – und spielt so clever mit filmischen Konventionen wie der Parallelmontage, dass Das Schweigen der Lämmer auch fast 35 Jahre nach der Uraufführung noch mitreißen und verblüffen kann.
Zeit
20:00 8:00pm(GMT+01:00)