21Okt19:30Operette "Boccaccio"

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Die Hochschule für Musik und Theater Rostock punktet jedes Jahr im Oktober mit einer spektakulären Operninszenierung. Dieses Jahr fällt die Wahl auf die Operette „Boccaccio“ von Franz von Suppè. 16 Gesangsstudierende sowie das Hochschulsinfonieorchester führen das Werk an sechs Terminen im Katharinensaal auf. Die Premiere finde am Freitag, dem 16. Oktober, um 19.30 Uhr statt.

Suppès Operette „Boccaccio“ verbindet Unterhaltung mit intellektuellem Anspruch und thematisiert Kunstfreiheit, Moral und gesellschaftliche Normen. Gerade diese inhaltliche Tiefe macht das Werk für eine heutige Neubefragung besonders geeignet. Das Regiekonzept wagt es zudem, das Sujet der Operette zu einem performativen Labor zwischen Musiktheater, Psychologie und gesellschaftlichem Experiment zu machen. In emotionalen Schlüsselmomenten – Liebesbekenntnisse, Eifersucht, Gewalt, öffentliche Demütigung – werden reale Herzschläge live erfasst und übergroß auf Projektionsflächen sichtbar gemacht. „Die Bühne wird so zum Ort eines live stattfindenden psychologischen Experiments, in dem innere Zustände öffentlich werden und emotionale Wahrheiten nicht mehr verborgen bleiben“, sagt der Regisseur Jürgen R. Weber. „Die Herzfrequenzen erhöhen sich, Musik und Puls überlagern sich rhythmisch, der Chor verwandelt sich in eine emotional aufgeheizte Masse. Das alles macht das Publikum zum Zeugen eines kollektiven Kontrollverlusts.“

Die wienerische Operette wird darüber hinaus um neu komponierte Kurzmelodramen der Kompositionsstudierenden erweitert und gewinnt eine zeitgenössische Perspektive. Durch die Verbindung von Operette, Neukompositionen und Video-Art positioniert sich Rostock als Ort innovativer Musiktheaterentwicklung.

Das Hochschulsinfonieorchester wird geleitet von Wolfgang W. Kluge. Wie bei der Operninszenierung vor zwei Jahren arbeiten der Regisseur Jürgen R. Weber und die Ausstatterin Gretchen fan Weber wieder Hand und Hand und ziehen szenisch und bühnentechnische alle Register.

Da die Partien doppelt besetzt sind, folgt nach der Premiere am 16. Oktober eine zweite am Sonntag, dem 18. Oktober, um 18 Uhr. Weitere Aufführungen sind für den 20., 21., 23. und 24. Oktober im Programm.

Beim Operncafé am Sonntag, dem 11. Oktober, um 16 Uhr (Einlass ab 15 Uhr) im Foyer der hmt Rostock wird die Inszenierung bei Kaffee und Kuchen vorgestellt und ein erster Eindruck vermittelt.

Operette von Franz von Suppè | Studierende der Gesangsklassen, Hochschulsinfonieorchester | Musikalische Leitung: Wolfgang W. Kluge. | Regie: Jürgen R. Weber | Ausstattung, Video-Art, Co-Regie: Gretchen fan Weber | Gesamtleitung: Prof. Martina Rüping | Mit freundlicher Unterstützung der OstseeSparkasse Rostock, der Freunde und Förderer der hmt Rostock e.V. und der Brauerei Rostock

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