14Aug(Aug 14)18:30Hedwig Holtz-Sommer – „Auf das Menschliche kommt es an ..."
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Hedwig Holtz-Sommer (1901–1970) ließ sich 1934 in Wustrow auf dem Fischland nieder und zählt zur dritten Generation der Ahrenshooper Künstlerkolonie. Bekannt wurde sie zunächst mit eindringlichen Porträts. Später entstanden
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Hedwig Holtz-Sommer (1901–1970) ließ sich 1934 in Wustrow auf dem Fischland nieder und zählt zur dritten Generation der Ahrenshooper Künstlerkolonie. Bekannt wurde sie zunächst mit eindringlichen Porträts. Später entstanden fein nuancierte Landschaftsaquarelle der Region, farbenprächtige Blumenstillleben sowie sensible Darstellungen von Menschengruppen. Eine besondere Stellung innerhalb ihres Œuvres nehmen ihre Zeichnungen und Illustrationen ein, die durch ihre Reduktion eine außergewöhnliche Klarheit und Ausdruckskraft entfalten.
Mit rund 90 Werken aus den 1920er- bis 1960er-Jahren zeichnet die Ausstellung den Lebensweg einer Künstlerin nach, deren Biografie sich über Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und DDR erstreckt. Dabei versteht die Kunsthalle Rostock Hedwig Holtz-Sommer nicht allein als bedeutende Malerin des Fischlands, sondern als Vertreterin einer Generation von Künstlerinnen, die sich ihren Platz in einer überwiegend männlich geprägten Kunstwelt erarbeiten mussten und deren Werk zugleich Einblicke in die (ost-)deutsche Kunst-, Sozial- und Frauengeschichte des 20. Jahrhunderts eröffnet.
Der Rundgang verbindet biografische Stationen mit den zentralen Themen ihres Schaffens. Im Mittelpunkt stehen das Porträt als Ausdruck menschlicher Begegnung, Menschengruppen als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse, die Landschaft des Fischlands als Lebensraum sowie ihr umfangreiches zeichnerisches und illustratives Werk. Ein besonderer Schwerpunkt gilt ihrem künstlerischen Arbeiten in der DDR. Es wird deutlich, wie Hedwig Holtz-Sommer zwischen staatlich geförderten Auftragsarbeiten und ihrem eigenen künstlerischen Anspruch navigierte. In einem Notat aus dem Jahr 1958 beschreibt sie ihren inneren Konflikt eindringlich: Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, sei sie auf „Brotarbeit“ angewiesen gewesen, während jene Kunst, die ihrem eigenen Anspruch entsprach, häufig „in einem Geheimfach liegen bleiben“ musste. Dieses Bild wird zum Sinnbild einer Künstlerin, die trotz kulturpolitischer Vorgaben stets den Menschen in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellte. Damit eröffnet die Ausstellung einen Blick auf die Handlungsspielräume einer freischaffenden Künstlerin in der DDR.
Anlass der Ausstellung sind neue Forschungsergebnisse, die 2025 in einer umfangreichen Biografie veröffentlicht wurden. Sie ermöglichen einen differenzierten Blick auf Leben und Werk der Künstlerin. Neben Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen werden zahlreiche Papierarbeiten aus dem Bestand der Kunsthalle Rostock präsentiert.
Zeit
18:30 6:30pm(GMT+02:00)